KUNSTRAUM BRAUGASSE HOYERSWERDA AUF DER VEDDEL
ERÖFFNUNG AM SAMSTAG, 24.01.2026 | 16:00 UHR
AUSSTELLUNG: 25.01–08.02.2026
FR.16.00–18.00 UHR | SA. + SO. 15–18:00 UHR
ODER AUF ANFRAGE
Kuratiert von Michael Kruscha
Mit:
Erdal Ates
Martin Bartels
Teresa Casanueva
Frank Coldewey
Selma Dronkers
Nicole Fehling
Christine Geiszler
Frank Gottsmann
Ulrike Hogrebe
Gisoo Kim
Ayumi Kobayashi
Michael Kruscha
Gesa Lange
Oliver Lunn
Johannes Regin
Axel Schweppe
Antje Taubert
Bernd Uhde
Albert Weis
Daniela Wesenberg
Wulf Winckelmann
© Foto: Thomas Kläber
Kunstraum Braugasse Hoyerswerda auf der Veddel
„Leerraum“ – Erkundungen
Unverkennbar zunächst: In der Gegenwartskunst existieren sehr verschiedenartige Herangehensweisen, um diesen „geringfügigen“ Bildaspekt sinnlich habhaft zu gestalten. Reduktion auf der einen, Minimalismus auf der anderen Seite, also Entleeren und Erscheinen markieren die Pole, innerhalb derer das Leere zur Entfaltung kommt. Mit rund 21 künstlerischen Positionen umkreist die von Maler und Kurator Michael Kruscha initiierte Ausstellung das ungewöhnliche Themenfeld, die 2023 im Hoyerswerdaer „Kunstraum Braugasse“ ihren Ausgang nahm. Wobei selbstredend kaum Motiv und Gegenstand im Zentrum der künstlerischen Forschungen stehen, sondern das Hervortreten von reiner Fläche, von stark verminderter Zeichenhaftigkeit, von zurückgenommener Struktur und Faktur. So lassen das Wenige, Spurhafte, die Andeutung oder das Entschwindende, die Randerscheinung sich als Elemente dingfestmachen, die dem Bildraum erst diese Dimension, die nicht selten kontemplativen Charakter aufweist, erschließen.
In der Kunstgeschichte, wie im Barock, können Phänomene beobachtet werden, die dem „horror vacui“ folgen, also der Angst vor der leeren Fläche, im Gegenzug aber offenbart sich gerade in der Moderne und deren Nachfolge, auch als Resultat der Abstraktion, besonders in der Malerei, das „amor pleni“, der Hang zur freien Fläche.
Ein spannender Moment war vor Ort die Begegnung zwischen den speziellen künstlerischen Bilderkundungen und der realen Umbruchslandschaft in der Lausitz um Hoyerswerda. Denn die nachindustrielle Abgeräumtheit durch Devastierung, Abriß und Rückbau hinterlässt ebenso Leerstellen, Brachen oder lost places (verlorene Orte), wie der Zeitgeist dies pointiert. Was eben nicht nur die Lausitzer Landschaft charakterisiert, sondern manchmal auch in den Köpfen rumort. Das gilt es, als kreatives Potential zu begreifen und zu entfalten. Wobei sich die rund 35 präsentierten Kunstwerke in verschiedenster Hinsicht durchaus, und nicht bloß symbolisch, als Referenzräume erweisen…
Nach der erweiterten Präsentation unter dem Titel „Leerraum. weiß/schwarz“ im Herbst vergangenen Jahres im Brandenburgischen Landesmuseum für modernen Kunst in Cottbus, „Leerraum 3.0“ in Wiesbaden hat der Künstlerkurator Michael Kruscha nun mit „Leerraum“ in Veddel“ eine aktualisierte Version für die Galerie Hyper Cultural Passengers erarbeitet. Die Kunstinteressierten dürften gespannt sein, wie sich die verschiedenartigen Handschriften in den historischen Räumen vereinen.
Text: Jörg Sperling
SIELDEICH 36, 20539 HAMBURG
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Mit freundlicher Unterstützung der
Behörde für Kultur und Medien Hamburg/
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